Bienenzüchterverein Basel

Meine Bienen

Winter Die Tage sind kurz und die Temperaturen tief. Doch meine Bienen halten keinen Winterschlaf. Ruhig wartet das Bienenvolk auf wärmere Tage mit ein paar Sonnenstrahlen und hält sich in der Wintertraube warm.

In der Wintertraube sitzen alle Bienen eng beieinander, was ein wenig die Form von Trauben am Weinstock hat. Für eine kurze Zeit stoppt die Königin ihre Eilegetätigkeit. Manchmal auch nicht, wenn die Temperaturen nicht zu tief sind. Ich bin neugierig und würde gerne meine Bienen besuchen und in ihre „Wohnung“ hineinschauen. Doch das wäre der sichere Tod für meine Bienen. Es braucht eine Mindesttemperatur von ca. 15 Grad, damit ich meinen Bienen nicht schade.

Endlich kommen wärmere Temperaturen und ich öffne meine Magazine, die Wohnung der Bienen. Doch bevor ich an die Überprüfung der Volkgesundheit gehe, schaue ich mir den Flug der Bienen auf dem Flugbrett an. Welch eine Freude, wenn meine Bienen schon mit gelbem Pollen angeflogen kommen. Das ist ein gutes Zeichen für ein gesundes Volk.

Jetzt muss ich kontrollieren, ob das Volk genug Platz hat, die Königin Eier legt und ob keine Krankheiten vorhanden sind. Ist alles ok, so decke ich zügig das Volk wieder zu.

 

Frühling Zeit der Volkserneuerung und des Nektarsammeln. Nektar ist der Grundstein für den Honig. Für mich beginnt nun die intensive Bienenzeit. Regelmässig muss ich kontrollieren, ob sich mein Bienenvolk „Teilen“ möchte. Das sogenannte „Schwärmen“. Dies ermöglicht den Bienen seit Jahrtausenden, aus einem Volk neue Völker zu generieren und den alten Standort zu verlassen, welcher mit altem Bienenwaben und Material sowie Viren und Keimen kontaminiert ist.

Schwärmt mein Bienenvolk, so fange ich es ein und gebe ihm eine neue „Wohnung“ (Magazin) mit frischen Waben. Sehe ich das Schwärmen voraus, so kann ich das Schwärmen übernehmen, in dem ich mein Volk in zwei oder drei Völker aufteile. In jedem Volk wächst dann eine neue Königin heran.

Wenn meine Bienen viel Nektar finden, dann „honigt“ es und ich muss meinen Bienen viel Platz für das Einlagern des Honigs geben.

 

Sommer Die Temperaturen steigen und ich bereite mich und meine Bienen auf das schleudern des Honigs vor. Die Honigwaben müssen zum grössten Teil verdeckelt sein. Das garantiert mir, dass der Wassergehalt nicht zu hoch ist. Am Tag des „schleuderns“ nehme ich die verdeckelten Honigwaben meinen Bienen weg und bringe sie zu meiner Schleuder. Nachdem ich die Waben „entdeckelt“, also die Wachsschicht auf dem Honig entfernt habe, stelle ich sie in die Schleuder. Jetzt kommt die Muskelarbeit und beim Honigschleudern trommelt der Honig wie Regen an die Schleuderwand. Unten läuft der Honig in ein Sieb in meinen Honigkessel. Nach ein paar Tagen fülle ich den Honig ohne weitere Behandlung in Gläser ab.

Varroa. Nach der Honigernte beginnt die Behandlung meiner Bienen gegen die Varroa. Das ist eine Milbenart, rund 1,4 mm gross, welche meinen Bienen schadet. In dem ich mit speziellen Säuren meine Bienen behandle, sorge ich dafür, dass meine Bienen so frei wie möglich von der Varroa sind.

Zur selben Zeit füttere ich meine Bienen mit Zuckerwasser. Warum? Ich habe meinen Bienen den Honig genommen und gebe ihnen nun einen Ersatz dafür. Beides, die Behandlung und das Füttern gehen bis in den Herbst hinein.

 

Herbst Die Tage werden kürzer und die Bienen holen mit viel Fleiss den letzten Pollen und Nektar für das Winterfutter. Jetzt schaue ich nicht mehr so oft in meine Völker hinein. Ich lasse sie sich in Ruhe auf den Winter vorbereiten. Oft sitze ich jetzt vor meinen Bienen und schaue zu, wie sie zügig ein- und ausfliegen und Pollen in verschiedenen Farben eintragen.

 

Winter. Der Kreis schliesst sich. Die Bienen sammeln sich wieder in einer Wintertraube und warten auf den Frühling. Ich schau nur noch selten und nur bei warmen Temperaturen kurz bei meinen Bienen vorbei. Nur einmal öffne ich ihre Wohnung, um die letzte Behandlung gegen die Varroa durchzuführen. Jetzt ist Zeit, um Material zu reparieren, ersetzen und sich Weiterzubilden.

 

Pascale Pasquinelli, Sommer 2015, Meine Bienen – ein Blick auf die Bienen für Interessierte

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