Bienenzüchterverein Basel

Schädling Kleiner Beutenkäfer (Aethina tumida) – Italien

Situation
Die Situation des kleinen Beutenkäfers in Italien ist unverändert und weiterhin besorgniserregend. Der Schädling scheint sich in den betroffenen Gebieten etabliert zu haben. Seit dem erstmaligen Auftreten (5. September 2014) des kleinen Beutenkäfers in Italien gab es in Kalabrien und Sizilien total 61 bestätigte Fälle (vgl. Tabelle IZSV).

 

Kommentar
Auch wenn der italienische Veterinärdienst den letzten Fall am 23. Dezember 2014 gemeldet hat, muss 2015 mit einer weiteren Ausbreitung gerechnet werden.

 

Folgen für die Schweiz
Der Bundesrat hat am 25. März 2015 eine Änderung der Tierseuchenverordnung beschlossen, die am 1. April 2015 zu Beginn der Flugsaison der Bienen in Kraft tritt. Der Befall mit dem Kleinen Beutekäfer wird neu als zu bekämpfende Seuche eingestuft. Damit können im Falle einer Einschleppung in die Schweiz Massnahmen getroffen werden, um die Verbreitung des Schädlings zu bekämpfen. Diese Änderung der Tierseuchenverordnung verstärkt die bestehenden Schutzmassnahmen gegen den Kleinen Beutenkäfer. Bereits im Januar 2015 wurde analog zu den Massnahmen der europäischen Kommission die Einfuhr von Honigbienen und Hummeln, gebrauchtem Imkereimaterial, unverarbeiteten Imkerei-Nebenprodukte und Wabenhonig aus Sizilien und Kalabrien untersagt.
Mit dem nationalen Programm APINELLA werden darüber hinaus zusätzliche Massnahmen zur Früherkennung des Kleinen Beutenkäfers ergriffen. Verteilt über die ganze Schweiz werden Imker regelmässig ihre Bienenvölker kontrollieren, um ein Auftreten des Kleinen Beutenkäfer so rasch als möglich zu erkennen. Das Programm wird vom Veterinärdienst Schweiz in enger Zusammenarbeit mit dem Bienengesundheitsdienst und der Imkerbranche umgesetzt. Für Importe von Bienenvölker, Bienenköniginnen oder gebrauchtem Imkereimaterial ist äusserste Wachsamkeit und Zurückhaltung angebracht. Für die Vorbeugung und Erkennung des kleinen Beutenkäfers ist die Brutbildkontrolle wichtig. Beim Auffinden von verdächtigen Käfern und Larven sollen sich Imker umgehend an den Bieneninspektor wenden, welcher nach vorhergehender Rücksprache mit dem Zentrum für Bienenforschung (ZBF) Proben dorthin einsendet.
Quellen / Links
IZSV; BLV
Für weitere Informationen siehe EFSA; BLV Fachinformation

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